MYTHEN IN DER ARCHITEKTUR

1. Mythos: Ein A-Klasse Absorber ist immer die erste Wahl

Leider wird in vielen Fällen der falsche Schallabsorber nach dem Motto "Absorber ist Absorber" eingesetzt. Um den richtigen Absorber auswählen zu können, muss man verstehen, welche Frequenzbereiche im Raum störend sind bzw. in welchen Frequenzbereichen die menschliche Stimme sich wie verhält. Poröse Hochtonabsorber (meist Klasse A-Absorber) in Vortrags- oder Konferenzräumen sind eher kontraproduktiv, da sie die Frequenzen der Sprachverständlichkeit minimieren. Hingegen liegt in öffentlichen Räumen der unangenehme Nachhall meist zwischen 150-800Hz und nicht >1kHz. Es sollte immer in Hinblick auf den Nutzen die richtige Auswahl der Absorber erfolgen und die ebenso wichtige Position der Absorber im Raum gewählt werden.

 

2. Mythos: Schallabsorber unter Stühlen und Tischen

Dieser Mythos hält schon über Jahrzehnte. Eine unangenehme Raumakustik entsteht in herkömmlichen Räumen über die ersten Wand und Deckenreflexionen. Im Bereich des Bodens wird der Schall meist durch Mobiliar und Personen bereits teilweise absorbiert und gestreut. Das Anbringen von Schallabsorbern unterhalb von Tischen und Stühlen hat nur minimale Auswirkungen und ist eher als Pseudoakustik zu bezeichnen.

3. Mythos: Teppiche rein und alles wird gut

Hier ist es ähnlich wie bei den Schallabsorber unter von Stühlen und Tischen. Die störenden Wand und Deckenreflexionen bleiben erhalten. Dazu kommt, dass Teppiche (abhängig von der Teppichstärke) in einem Frequenzbereich oberhalb von 800Hz absorbieren, wobei der unangenehme Nachhall meist im Mittenbereich entsteht. Eine reine Höhenabsorption klingt auch eher unnatürlich, und nicht ausgewogen. Teppiche können unterstützend eingesetzt werden - eine professionelle raumakustische Optimierung ist mit Teppichen alleine allerdings nicht denkbar.

Please reload

Copyright © 2019 raumecho - Alle Rechte vorbehalten - Ingenieurbüro für Bauphysik